Steuererleichterungen und -stundungen

Das Bundesfinanzministerium hat Erleichterungen bei der Zahlung von Steuern auf den Weg gebracht: Einkommens- und Körperschaftssteuer sowie Umsatzsteuer können zinsfrei gestundet werden. Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler können die Höhe ihrer Vorauszahlungen auf die Einkommen- und Körperschaftsteuer anpassen lassen. Gleiches gilt für den Messbetrag der Gewerbesteuer-Vorauszahlungen. Auf die Vollstreckung von überfälligen Einkommen und Körperschaft- oder Umsatzsteuern soll bis zum Ende des Jahres verzichtet werden. Säumniszuschläge, die in dieser Zeit gesetzlich anfallen, sollen erlassen werden.

Steuerliche Hilfsmaßnahmen

Für Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler

 

Unternehmen jeder Größe erhalten steuerliche Hilfen, um ihre Liquidität zu verbessern. Jedes unmittelbar vom Coronavirus betroffene Unternehmen kann bis Ende 2020:

  • Steuervorauszahlungen anpassen
  • Steuerzahlungen stunden
  • Vollstreckungsmaßnahmen aussetzen
  • Sozialabgaben stunden

Wir haben die Kriterien sowie das Antragsverfahren für Sie zusammengefasst.
>> Zu den Details

Fragen und Antworten

Die am häufigsten gestellten Fragen zu den Steuern und Abgaben in der Corona-Krise haben wir für Sie zusammengefasst. Falls Ihre Frage nicht dabei sein sollte, melden Sie sich gerne beim Team der WFO.


Wie können Steuern gestundet werden?

Wenn Unternehmen aufgrund der Corona-Pandemie ihre in diesem Jahr fälligen Steuerzahlungen nicht leisten können, sollen diese zinsfrei gestundet werden. Diese Maßnahme betrifft Einkommens-, Körperschafts- und Umsatzsteuerzahlungen. Anträge können bis zum 31. Dezember 2020 bei Ihrem Finanzamt gestellt werden. Für eine Bewilligung müssen Unternehmen darlegen, dass sie unmittelbar von den Folgen der Corona-Krise betroffen sind. Den Wert der ihnen entstandenen Schäden müssen sie nicht im Einzelnen belegen.

Erhebung der Gewerbesteuer: Die Stadt Osnabrück unterstützt Gewerbetreibende während der Corona-Krise dabei, zahlungsfähig zu bleiben. Weil derzeit Umsatz und Gewinne vieler Gewerbetreibender einbrechen, können auf Antrag zinsfreie Stundungen der Gewerbesteuer im Zeitraum vom 1. April bis Ende des Jahres gewährt und die Gewerbesteuervorauszahlungen auf Null herabgesetzt werden. Anträge von Gewerbetreibenden, die in einer von der Krise betroffenen Branche tätig sind, bewilligt die Stadt in der Regel ohne eine umfangreiche Prüfung. Zinsen für die Stundung werden nicht festgesetzt. Darüber hinaus können Gewerbetreibende ihre Vorauszahlungen auf die Gewerbesteuer jetzt auf eigenen Antrag von der Stadt auf Null herabsetzen lassen. Der Antrag kann formlos beim Fachdienst Kommunale Abgaben der Stadt Osnabrück gestellt werden. Er sollte eine kurze Begründung enthalten, inwiefern der Betrieb von der Corona-Krise betroffen ist und im Idealfall auch das Buchungszeichen für die Gewerbesteuer. Im Gewerbesteuerbescheid ist auch der zuständige Sachbearbeiter genannt, der den Antrag bearbeitet. Er/Sie kann direkt kontaktiert werden. Fragen dazu beantwortet Ihnen gerne Sigrid Hartwig vom Fachbereich Finanzen und Controlling der Stadt Osnabrück (hartwig@osnabrueck 0541 / 323-4123)


Lässt sich meine Steuervorauszahlung senken?

Unternehmen können ihre Vorauszahlungen der Einkommens-, Körperschafts- und Gewerbesteuer schnell und unkompliziert herabsetzen lassen. Dabei ist auch eine Erstattung überzahlter Beträge möglich.

Beispiel: Ein Unternehmen hat für das laufende Jahr eine Vorauszahlung in Höhe von insgesamt 10.000 Euro festgesetzt. Daraus ergeben sich vier Teilzahlungen über 2.500 Euro, jeweils zum 10. März, 10. Juni, 10. September und 10. Dezember. Die ersten 2.500 Euro wurden am 10. März überwiesen. Nun kalkuliert das Unternehmen aufgrund der Corona-Krise allerdings nur noch mit einem Gewinn, der die Steuerzahlungen für das Jahr 2020 auf 4.000 Euro senkt.

Das Unternehmen kann die Vorauszahlung für das 1. Quartal 2020 per Antrag auf Anpassung korrigieren lassen. Je Quartal würden 1.000 Euro an Vorauszahlungen festgesetzt werden. Für das 1. Quartal wären nach Anpassung 1.500 Euro an das Unternehmen zurückzuerstatten.

Vorlage zur Beantragung von Steuererleichterungen aufgrund der Auswirkungen des Coronavirus


Muss ich mit Vollstreckungsmaßnahmen oder Säumniszuschlägen rechnen?

Die Finanzämter sind angewiesen, bis zum 31. Dezember 2020 auf Vollstreckungsmaßnahmen bei allen rückständigen oder fällig werdenden Steuern (Einkommensteuer, Körperschaftsteuer sowie Solidaritätszuschlag) zu verzichten, wenn das Unternehmen mitteilt, dass es durch das Coronavirus unmittelbar und nicht unerheblich betroffen ist.

In diesen Fällen werden die zwischen dem 19. März und dem 31. Dezember 2020 verwirkten Säumniszuschläge erlassen.

Vorlage zur Beantragung von Steuererleichterungen aufgrund der Auswirkungen des Coronavirus


Lassen sich Sozialversicherungsabgaben ebenfalls stunden?

Zudem können Arbeitgeber eine Stundung der Sozialversicherungsbeiträge beantragen. Voraussetzung ist, dass das Unternehmen ernsthafte Zahlungsschwierigkeiten hat oder im Falle der sofortigen Einziehung der Beiträge in solche Schwierigkeiten geraten würde. Die Entscheidung über eine Stundung fällt die zuständige Krankenkasse. Ein Musterschreiben hat die IHK Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim bereits formuliert.