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Wirtschaftsförderung Osnabrück

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Oberbürgermeister Griesert und WFO besuchen Herzog Maschinenfabrik

Foto: Jörn Martens (NOZ)

Von Wilfried Hinrichs - Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung vom 14.04.2017

Osnabrück. Es gibt auf der Welt wohl nur eine Handvoll Firmen, die annähernd das können, was der Osnabrücker Maschinenbauer Herzog perfekt beherrscht: Die richtige Nadel ist einem riesigen Haufen Heu zu finden.

Am östlichen Stadtrand, im Gewerbegebiet Auf dem Gehren in Lüstringen, verstecken sich die Produktionshallen des Maschinenbauers Herzog in zweiter Reihe hinter dem Supermarkt Kallmeyer. Als „Hidden Champion“, einen verborgenen Meister oder Helden, stuft die Osnabrücker Wirtschaftsförderung das Familienunternehmen ein, das Oberbürgermeister Wolfgang Griesert jetzt einen Besuch abstattete.

Hochkomplexe Sondermaschinen

Groß aufzutragen ist nicht Stil des Hauses Herzog. Warum auch? Was die 200 Mitarbeiter in Osnabrück produzieren, sind keine Massenprodukte für Jedermann, sondern hochkomplexe Sondermaschinen für einen winzigen, aber weltweiten Nischenmarkt. 90 Prozent des Umsatzes macht das Unternehmen im Export. Tochtergesellschaften in den USA, China und Japan und ein weltweites Vertretenetz halten Kontakt zu den Kunden in allen Teilen der Welt.

Probenentnahme und Qualitätssicherung

Die Kundschaft kommt in erster Linie aus der Grundstoffindustrie. Unternehmen, die Stahl produzieren, Zement herstellen, Bodenschätze fördern oder Wertstoffe recyceln, benötigen die Herzog-Maschinen für Probenentnahme und Qualitätssicherung.

Beispiel Stahlindustrie: Von jeder Charge flüssigen, glühenden Stahls wird routinemäßig eine Probe genommen werden, um die Zusammensetzung zu überprüfen. Die Probe muss zuverlässig ein Abbild der gesamten Charge darstellen, sie muss aufbereitet und sekundenschnell analysiert werden, denn jede Verzögerung in der eng getakteten Produktion kostet bares Geld. Beispiel Bergbau: Bevor in Australien Eisenerz verschifft werden kann, wird die Qualität geprüft. „Eine Perle spiegelt die Zusammensetzung von 500000 Tonnen Eisenerze wider“, sagt Geschäftsführer Jan Herzog. Beispiel Recycling: Firmen, die Metallschrott oder Kunststoffe zur Wiederverwertung aufbereiten, brauchen genaue Angaben über die im Rohmaterial vorhandenen Stoff. Kurzum: Die Herzog-Maschinen sind in der Lage, so etwas wie die Nadel in einem haushohen Heuhaufen zu finden.

Positiver Trump-Effekt

Weltweit leidet die Minenindustrie unter einem spürbaren Nachfragerückgang. Das lässt das Osnabrücker Unternehmen nicht unberührt, wie Jan Herzog sagt: „Seit zwei, drei Jahren haben wir aus dem Sektor keine Aufträge mehr.“ Die Investitionsbereitschaft gehe in Krisenzeiten natürlich zurück, werde aber gewiss irgendwann wieder aufgeholt, sagt der Geschäftsführer.

Herzog ist es gelungen , die Auftragsdelle durch ein verstärktes Engagement im Recyclingsegment auszugleichen. Auch Serienprodukte wie etwa standardisierte Messcontainer sorgen für eine anhaltend hohe Auslastung im Lüstringer Werk. In den USA verspürt Herzog „einen leicht positiven Schub“, ausgelöst durch den Trump-Effekt, wie Jan Herzog vermutet. Der neue US-Präsident hat angekündigt, die amerikanische Schwerindustrie zu fördern.

Facharbeiter gesucht

Über Umsatzzahlen möchte Jan Herzog öffentlich nicht reden, wie es ohnehin zur Philosophie des 1958 gegründeten Unternehmens, sich im öffentlichen Auftritt zurückzunehmen. Doch die Zeiten haben sich geändert: Der Maschinenbauer geht in die Öffentlichkeit, weil wie viele andere Unternehmen auch gut ausgebildeten Nachwuchs braucht, zum Beispiel Anlagenelektroniker oder Zerspaner, die auch bereit sind, weltweit auf Montage zu gehen.

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